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Wirtschaft Drucken

Die Wirtschaftslage Islands ist seit Mitte der neunziger Jahre stabil. Nach 6 Jahren eines starken Wirtschaftsaufschwungs kam es 2001 zu Überhitzungserscheinungen. Nach einem ganz leichten Rückgang 2002 verzeichnete das Land seit 2003 wieder ein kräftiges Wirtschaftswachstum. 2006 lag das Wirtschaftswachstum bei 2,6%. Der von Überhitzungserscheinungen begleitete Boom geht zurück auf die großen Kraftwerk- und Energieprojekte sowie die durch sehr niedrige Hypothekenzinsen angetriebene Baukonjunktur.

Ausgelöst durch kritische Anmerkungen von Rating-Agenturen und Investmentbanken geriet die isländische Wirtschaft ab Februar 2006 in Turbulenzen. Inzwischen verstärkt sich hier die Hoffnung, ohne größere Schäden wirtschaftliche und finanzielle Schieflagen bis ca. Mitte 2007 wieder korrigieren zu können. Für 2007 wird nur ein geringes Wirtschaftswachstum erwartet.

Das Leistungsbilanzdefizit hat sich im Jahr 2006 mehr als verdoppelt (von 8% des BIP auf ca. 19%). Banken verzeichnen eine extrem hohe Auslandsverschuldung.

Laut OECD-Statistik zählt Island zu den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen gemessen in Kaufkraftparitäten. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit unter 2%.

Die Regierung hat die Staatsverschuldung in den letzten Jahren im Sinne anti-zyklischen Verhaltens energisch zurückgefahren. Der Staatshaushalt war in den letzten Jahren nahezu ausgeglichen bei einem knappen Defizit 2002 und 2003. Derzeit zeigt er einen leichten Überschuss.

Nachdem die isländische Krone nach Freigabe des Wechselkurses 2001 stark an Wert verlor, konnte sie sich von Anfang 2002 bis Oktober 2003 wieder festigen und bewegte sich bis einschließlich 2004 wieder im Bereich ihres langjährigen Durchschnittswerts. 2005 ist ihr Wert stark gestiegen, 2006 hingegen wieder auf den Wert von Ende 2001 gefallen; derzeit pendelt sich ihr Wert auf den Stand von Ende 2003 ein (ca. 90 IK/EU).

Außenhandel und ausländische Direktinvestitionen

Die isländischen Exporte betrugen 2006 (fob) ca. 3.07 Mrd. EUR, die Importe (cif) 5.35 Mrd. EUR. Auf die EU entfielen über 72% der Exporte und ca. 58% der Importe. Deutschland stand 2006 bei den isländischen Exporten an dritter Stelle (nach Großbritannien und Norwegen) und bei den Importen an zweiter Stelle nach den USA. Damit blieb Deutschland wichtigster Handelspartner.

Im Außenhandel wurden nach Abschluss des EWR-Vertrages und des WTO-Abkommens (in Kraft für Island seit 01.05.1995 bzw. 01.01.1995) bereits Liberalisierungsmaßnahmen durchgeführt, weitere sind geplant. Handlungsbedarf besteht insbesondere noch bei der Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte. Im Zuge der Liberalisierungen fielen das bislang existierende staatliche Monopol der Einfuhr von Alkoholika und die Anteilsbeschränkung ausländischer Unternehmen an isländischen Finanzdienstleistern.

Mit Ausnahme von Fisch, Energie und einigen im Inland kostenintensiv produzierten landwirtschaftlichen Erzeugnissen muss Island die meisten Güter importieren. Der Export besteht zu 57% aus Fisch und Fischereiprodukten (in den 70er Jahren waren dies noch 90%), weitere Exporte sind Produkte energieintensiver Industrie (z.B. Aluminium) mit 26%, und medizinische Produkte. In den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gingen 2006 76,32% der Exporte (2005 76,67%), während 65,06% der Importe aus dem EWR kamen. (2005: 70,65%).

Die Möglichkeiten für ausländische Investoren sind erleichtert worden; Restriktionen bestehen weiterhin im Fischereisektor und in der Luftfahrt. Größere ausländische Investitionen flossen insbesondere in den Energiebereich und in den Ausbau der Aluminiumhütten. Island hat ein großes, noch nicht ausgeschöpftes Potential an Geothermie- und Hydro-Energie. Im Sommer 2003 wurde mit dem Bau eines großen Wasserkraftwerks im Osten Islands begonnen, der voraussichtlich Ende 2007 abgeschlossen wird.. Es soll u.a. die Energie für die dort im Bau befindliche größte Aluminium-Schmelze des Landes liefern.

Umweltpolitik

Island gehört zu den Ländern mit umweltorientierter Politik.

Dank vieler natürlicher Energiequellen (insbesondere Wasserkraft und Erdwärme) schöpft Island rund 70% des gesamten Energie- und 99,9% des Strombedarfs aus erneuerbaren Energiequellen.

Als Zukunftsprogramm soll in verstärktem Umfang der Betrieb von Kraftfahrzeugen mit Wasserstoffenergie (Brennstoffzelle) gefördert werden.

Ende Mai 2002 hat Island die Ratifizierungsurkunde zum Kyoto-Protokoll bei den Vereinten Nationen hinterlegt.

Island zieht mit seiner weitgehend unberührten Natur und seinen Vulkanen und Gletschern viele Ökotouristen an. Die Regierung hat dies erkannt und bemüht sich verstärkt um Naturschutz.

Tourismus

Der Tourismus hat in Island große Bedeutung: Er stellt inzwischen noch vor der Aluminiumproduktion die zweitwichtigste Quelle an Fremdwährungserlösen dar. An erster Stelle rangiert weiterhin der Fischfang. 2006 nahm die Zahl der ausländischen Touristen um 13% zu und stieg auf 422.000. In der Besucherstatistik führen nach wie vor die Briten vor Nordamerikanern und Deutschen. Die Tourismus-Wirtschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, die Besucherströme weg von den Sommermonaten hin zu einer gleichmäßigeren Auslastung über das ganze Jahr hinweg zu steuern.

Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird routinemäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.